Das Niedersächsische Qualitätskonzept Bildungsberatung (NQB)
Die Qualität der Bildungsberatung in Niedersachsen
Die Qualität der Bildungsberatung in Niedersachsen
Die niedersächsischen Beratungseinrichtungen und das Netzwerk haben sich zu einer hohen Qualität ihrer Beratungsleistungen verpflichtet und praktizieren eine regelmäßige Qualitätssicherung. Diese ist mit dem Leitbild fixiert.

Die Ziele der kontinuierlichen Qualitätssicherung und -entwicklung bestehen in: dem begründeten Beratungsangebot, seiner transparenten Gestaltung, der Bereitstellung der benötigten Wissensbasis, der Legitimation der Arbeit gegenüber Auftraggebern und Öffentlichkeit, der Reflexion zur Wirksamkeit der Beratungstätigkeit und darin, die Professionalität des Beratungspersonals zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Grundlage des Niedersächsischen Qualitätskonzepts Bildungsberatung (NQB), in dem die Grundlagen für eine trägerneutrale und unabhängige Bildungsberatung seitens des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) integriert und berücksichtigt sind, ist das Qualitätskonzept für die Bildungsberatung der k.o.s GmbH.
 

Das Qualitätskonzept und die Elemente
In den Elementen des Qualitätskonzepts sind Anforderungen an die Aufbau- und Ablauforganisation sowie an einen Nachweis zur Beratungsqualität definiert. In einem Qualitätsreport dokumentiert die Beratungsorganisation die fachlichen und methodischen Grundlagen ihrer Beratung und beschreibt die eingeführten sowie umgesetzten Verfahren und Instrumente, um eine qualitätsvolle und kompetente Bildungsberatung vorzuhalten und zu sichern.

  1. Grundlegungen zum Qualitätsmanagement
    Das Qualitätsmanagement umfasst die systematische Planung und Lenkung aller Prozesse und Tätigkeiten der Organisation in Bezug auf die Sicherung ihrer definierten Strategien und Ziele. Die Organisation verpflichtet sich zur Qualitätssicherung und -entwicklung und überprüft regelmäßig, ob die festgelegten Qualitätsmaßnahmen wirksam sind, realisiert werden und den Zielen entsprechen. Sie bewertet daraus Veränderungsnotwendigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Prozesse und Verfahren. Die Organisation erläutert und begründet damit ihren kontinuierlichen Verbesserungsprozess.


  2. Leitbild und Qualitätsziele
    Im Leitbild beschreibt die Organisation ihre Ziele und Werte, den Auftrag, das Angebots- und Leistungsprofil der Bildungsberatung sowie die Qualitätsziele der Organisation gegenüber ihren Beratungskundinnen und -kunden, den Auftraggeberinnen und Auftraggebern und der interessierten Umwelt. Das Leitbild ist das Leistungsversprechen des Beratungsanbieters und seiner Beschäftigten.
    Die Qualitätsziele der Bildungsberatung beschreiben im Besonderen, was die Beratenen von der Beratungsleistung erwarten können, welchen kundenbezogenen Zielen sich der Beratungsanbieter verpflichtet sieht und welchen Nutzen und Erfolg sie für die Beratenen anstrebt. Die Kooperation mit Akteuren der regionalen Bildungs- und Beratungslandschaft unterstützt den Erfolg und Nutzen der Bildungsberatung.
    Insgesamt bilden das Leitbild und die Qualitätsziele die Grundlage und das Ziel der Qualitätssicherung und -entwicklung der Organisation.


  3. Beratungsstandards
    In der Organisation ist das geteilte Beratungsverständnis die Grundlage, um ein einheitliches und vergleichbares Arbeitshandeln der Beraterinnen und Berater zu gewährleisten und sicher zu stellen. Dies umfasst die Beschreibung von abgestimmten, handlungsleitenden Vorstellungen und Vorgehensweisen der Organisation als Konzept des Beratungspersonals, ohne die für die Bildungsberatung erforderliche situative Handlungskompetenz zu stark zu reglementieren und einzuschränken.
    Das Beratungsverständnis ist eng mit den Aussagen des Leitbildes und den Qualitätszielen zur Bildungsberatung verknüpft. Die eingesetzten Methoden und Instrumente zur Durchführung der Beratung sollen geeignet sein, die Qualitätsziele zu erreichen.


  4. Kundenbezogener Beratungsprozess
    Der Beratungsprozess ist der zentrale Prozess der Bildungsberatung. Sein reibungsloser Ablauf und der systematische Aufbau sind notwendig für die Zielerreichung der Organisation. Die Beschreibung des Beratungsprozesses dient der Transparenz der alltäglichen Beratungstätigkeit und sichert die Kundenbezogenheit im Beratungsverlauf.
    Der Beratungsprozess bezieht sich auf die Interaktion zwischen den Beratungskundinnen und -kunden und dem Beratungspersonal. Die Beratungstätigkeit beginnt aber nicht erst im eigentlichen Beratungsvorgang – schon im Vorfeld müssen den Beratungskundinnen und -kunden auf geeigneten Wegen Informationen zur Verfügung gestellt werden.
    Die Organisation zeigt auf, wie das individuelle Anliegen der Beratungskundinnen und -kunden wahrgenommen und gemeinsam geklärt sowie in der Folge prozessbegleitend bearbeitet wird bis hin zur Nachbereitung durch die Beraterinnen und Berater.


  5. Information und Wissen
    Die Dynamik technologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen hat großen Einfluss auf individuelle Bildungs- und Berufsperspektiven. Deshalb sind aktuelle, fachlich fundierte und geeignete Informationen sowie das Wissen über Bedingungen und Möglichkeiten von Bildung, Weiterbildung und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten die unbedingt notwendige Grundlage für eine qualitätsvolle Bildungsberatung. Da diese Informationen, Kenntnisse und das Wissen in Bezug auf Bildung und Beruf einer permanenten Veränderung unterliegen, bedarf es einer systematischen Aktualisierung. Deshalb ist es notwendig, eine regelmäßige Analyse des Arbeits- und Bildungsmarktes sowie der Beratungsbedarfe der Zielgruppen vorzunehmen.
    Die Organisation definiert ihre Informations- und Wissensbasis zu den Anliegen, Bedarfen und Interessen von Beratungskundinnen und -kunden. Sie legt fest, wie und mit welchen Verfahren sie sicherstellt, dass sie über eine geeignete Informations- und Wissensbasis für die Gestaltung und Durchführung des Beratungsprozesses sowie der Bedarfsanalyse verfügt und zeigt auf, wie sie mit den Erwartungen und Rückmeldungen der Beratungskundinnen und -kunden umgeht. Die Organisation beschreibt die Beschaffung, Analyse, Nutzung und Aktualisierung als Wissensmanagement und die Bewertung der Informations- und Wissensbasis.


  6. Personal
    Personalauswahl, -einsatz, -einarbeitung und -entwicklung sind darauf ausgerichtet, dass die Organisation aktuelle und anstehende Aufgaben strukturiert wahrnehmen und umsetzen kann. Grundlage für einen kundenbezogenen und erfolgreichen Beratungsprozess sind die fachlichen, sozialen, methodischen und personalen Kompetenzen der Beraterinnen und Berater.
    Die Organisation definiert die Qualifikations- und Kompetenzanforderungen an das Personal und eine Auswahl- und Einstellungspraxis. Sie gestaltet und sichert eine systematische Weiterbildung und Professionalisierung des Beratungspersonals unter Berücksichtigung der individuellen und organisationalen Erfordernisse. Sie legt Methoden zur Sicherung und systematischen Weiterentwicklung der Kompetenzen und zur Förderung der Reflexion der Beraterinnen und Berater fest und bewertet deren Kompetenzentwicklung.


  7. Evaluation
    Eine regelmäßige Evaluation dient der Überprüfung einer qualitätsvollen Beratungsleistung und der Identifikation von Verbesserungspotenzialen im alltäglichen Beratungsgeschehen. Evaluation meint dabei das systematische Einholen von Informationen mit dem Ziel, die erbrachten Leistungen und Tätigkeiten im und zum Beratungsprozess zu bewerten.
    Die Organisation definiert dafür Verfahren und Vorgehen zur Evaluation ihrer erbrachten Leistungen und der eingeführten Prozesse. Sie bestimmt Gegenstände und Indikatoren zu den (bildungs- und lernbezogenen) Qualitätszielen und erhebt mittels geeigneter Instrumente gezielt Informationen zur Erreichung ihrer im Leitbild formulierten Merkmale. Sie überprüft und bewertet die Planung, Gestaltung und Durchführung des Beratungsangebots auf Basis geeigneter Prozessindikatoren.
    Die Organisation bewertet und reflektiert die Evaluationsergebnisse und die Maßnahmen der Qualitätssicherung und -entwicklung. Sie sichert daraus die Ableitung von Konsequenzen und Verbesserungsmaßnahmen.


  8. Netzwerk
    Der Bildungsberatung wird häufig eine Lotsen- oder Transferfunktion zugewiesen. Bildungsberatung soll einerseits berufs- und bildungsbezogene Entscheidungen begleiten und andererseits eine Brücke schlagen zwischen den individuellen Erfahrungen und Qualifikationen und dem, was die Lebens- und Arbeitswelt erfordert. Dafür brauchen regionale Bildungsakteure Anregungen aus der Praxis wie etwa zur Entwicklung von neuen Bildungsangeboten oder zur Lösung regionaler Bildungsprobleme. Um diese bereichsübergreifende Praxis etablieren und die Ressourcen sowie Kompetenzen unterschiedlicher Akteure bündeln zu können, benötigen Bildungsberatungseinrichtungen ein breites Netzwerk.
    Es ist darzulegen, wie die Organisation und ihr Beratungsangebot in die regionale Bildungslandschaft eingebettet sind und über welche Kooperationen und Netzwerke die Beratungsorganisation verfügt. Dabei ist deutlich zu machen, inwieweit die Kooperationen bzw. Netzwerke für die Bildungsberatung förderlich sind und welcher Nutzen für die Beratungskundinnen und-kunden entsteht.
    Die Beratungsorganisation sichert eine inhaltliche, fachliche und strukturelle Zusammenarbeit mit weiteren Bildungs- und Beratungsakteuren. Der Netzwerkarbeit zugrunde liegende Prozesse werden definiert und hinsichtlich ihrer Ziele dargelegt.

 


Ansprechpartner zum Qualitätskonzept für die Bildungsberatung 

KOSk.o.s GmbH
Am Sudhaus 2
12053 Berlin
info@kos-qualitaet.de
www.kos-qualitaet.de
Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung
Christine Etz
etz@aewb-nds.de
www.aewb-nds.deewb-nds.de